Was in den österreichischen Kühlschranken und Naschladen landet, hängt zu einem Großteil davon ab, was es bei den großen Drei zu kaufen gibt. Die großen Drei, das sind REWE International, Spar und Hofer, die zusammen fast den ganzen österreichischen Lebensmittelhandel unter sich aufteilen.

Die großen Drei in den 70ern

Der österreichische Markt für das Verkaufen von Lebensmittel ist stark konzentriert. Das war nicht immer so. 1976 hatten die drei Konzerne zusammen gerade einmal 22 Prozent Marktanteil. Neben Billa, Spar und Hofer boten damals auch Nah & Frisch, Löwa, Meinl, Pam Pam, Adeg und Konsum Nahrungsmittel an. Halten konnte sich diese Vielfalt nicht. Im Laufe der letzten 40 Jahre wurde zusammengeschlossen, übernommen und Pleite gegangen. Übrig sind heute zwei (Anm. mit Lebensmittelhändler Lidl drei) deutsche und ein österreichischer Konzern.

Aus regional wird hyper

Den ersten Supermarkt, in dem sich die Kundinnen und Kunden selbst bedienen konnten, eröffnete Konsum 1950 in Linz. 1959 führte Spar das Konzept mit seinem ersten Standort in Tirol auch im Westen Österreichs ein und 1961 startete der “Billige Laden” – heute österreichweit unter Billa bekannt. In den 1970er Jahren wurde aus den Supermärkten Hypermärkte. Die sehen wie Supermärkte aus, es steckt aber mehr darin: Ein Hypermarkt hat eine Fläche von über 2.000 Quadratmetern.

Verkaufte Erfolgsgeschichte

Als Billa-Gründer Karl Wlaschek seine Ladenkette 1996 verkaufte, hatte diese bereits ein großes Filial- und Markennetz aufgebaut. Neben Billa gehörten auch Merkur, Mondo (der heute Penny heißt) und Bipa zum Paket, das der deutsche Konzern REWE erwarb. Der Konzern REWE tat damit den ersten Schritt in den österreichischen Markt und konnte seine vorteilhafte Startposition in den darauffolgenden Jahren weiter ausbauen.  

Viel früher als REWE war der deutsche Lebensmittelunternehmer ALDI auf den österreichischen Markt aufmerksam geworden. 1968 kaufte er den Diskonter Hofer. Das Logo wurde angepasst, der Name blieb – noch heute ist die Hofer KG Teil der deutschen Gruppe “Aldi Süd”.

Der Markt der Platzhirsche

Unter anderem durch Pleiten der Konkurrenz:  “Der Konsum”, mit dem alles anfing, ging bereits 1995 mit 630 Filialen in Konkurs. Die Standorte fielen an die Mitbewerber – vor allem an REWE und Spar. Auch der jüngste Konkurs im österreichischen Lebensmittelhandel – jener der Kette Zielpunkt im Jahr 2013 – brachte den Marktführern mehr Filialen und auch ein paar zusätzliche Prozente bei den Marktanteilen. Da der Markt ohnehin schon stark auf einige wenige Marktführer konzentriert ist, legte die Bundeswettbewerbsbehörde für die Übernahme der Filialen bestimmte Bedingungen fest.

So musste REWE zusagen, manche Filialen nur als Diskonter (d.h. als Supermarkt mit Eigenmarken, die zu niedrigeren Preisen verkauft werden als ähnliche Markenprodukte) weiterzuführen – andere Filialen durften kein BIPA werden. (Zielpunkt-Übernahmebedingungen BWB.pdf) Mit solchen Maßnahmen versucht die Behörde, den Wettbewerb zu erhalten und die Marktmacht auszugleichen, die Rewe, Spar und Hofer in den letzten Jahrzehnten gesammelt haben. 

Quellen

Marktanteile Lebensmittelhandel
Zwischen Diskonter und Hypermarkt (orf.at) 
Nahrungsmittelindustrie – Zahlen, Daten, Fakten (WKO)
Konzentration in der Lebensmittelbranche (wiwo.de)
Geschichte Billa

 

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